Trainingslager in Schweden

Das lange Sommertrainingslager in Schweden verbrachten wir an zwei Orten, wo wir je knapp eine Woche hausten und die Wälder unsicher machten.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Um die Berichte ein wenig spannender zu gestalten sind sie dieses Mal nach Themen geschrieben worden, so kann jeder lesen was ihn oder sie interessiert ohne zwölf Mal «Heute haben wir gefrühstückt und dann, und dann…» sehen zu müssen.

Reise (Marco)
Das Trainingslager begann am Samstag Nachmittag in Basel am Euroairport. Mit Verspätung wegen Sommerferienstau auf dem Runway hoben wir um 17:00 Uhr zu unserem zweieinhalbstündigen Flug nach Stockholm ab, wo wir unsere Reise in zwei Mietbussen und drei PWs fortsetzten.

Nach der dreistündigen Autofahrt kamen wir am idyllischen See Tisaren an, nach der langen Reise war jedoch niemand in der Stimmung am selben Abend noch baden zu gehen.

Nachdem wir die erste Station im Süden gemeistert hatten, brachen wir am Freitag zu unserer zweiten Unterkunft in Dala-Järna auf.

Schon auf dem Weg bekamen wir eine kleine Einstimmung auf das neue Gelände, das sich von dem der ersten Woche unterschied, insbesondere der härtere Untergrund und die höhere Dichte an Felsen.

Um bei unserer Heimreise nicht mitten in der Nacht aufstehen zu müssen, verschoben wir am Mittwoch schliesslich ein zweites Mal. Dabei nutzten wir ein Angebot auf einem schwedischen Bauernhof, von welchem aus wir auch noch ein Goodbye-Training absolvierten.

Am nächsten Morgen ging es dann früh los indem wir zum Flughafen Stockholm aufbrachen und schweren Herzens die Heimreise antraten, wobei wir jedoch auf ein wunderbares und lehrreiches Trainingslager zurückblickten konnten.

Haus am See Tisaren (Raphi)
Ich war schon in vielen Lagerunterkünften in meiner Kader- und Schulzeit und stelle fest, dass es nur sehr wenige (wenn überhaupt) Unterkünfte gab, die in der gleichen Liga spielen. Wow, wirklich wow! Wir verbringen den ersten Teil des Lagers in einer kleinen Häusergruppe, rot bemalt in üblicher schwedischer Manier, verbunden durch viel Wiese und ein kleines Stück Wald, gelegen am Ufer des bildhaften Sees Tisaren. Mit Trampolin, Kanu und Ruderboot, Kubb, Slackline und Schaukel war für jeden etwas dabei. Wenn man vom grossen Lagerhaus, wo wir kochten und speisten, dem Weg durch das Wäldlein bis zu den moosbewachsenen Felsen am Ufer folgt kann man in der Mitte des Sees in ca. 500-1700m Entfernung (Schätzungen variieren stark) die Insel sehen zu welcher wir an einem freien Morgen eine Schwimmexpedition (begleitet durch Ruderboot und Kanus) unternahmen. An einem anderen Tag wurde auf dem See im Rahmen des ausserdem besonders interessant gestalteten Lagercups ein Stand-Up-Kanu-Zeitfahren veranstaltet. Es war wirklich, wirklich schön und das ist keineswegs selbstverständlich, deshalb möchte ich Ines und Matthias, im Namen aller Athleten, für die Organisation ein grosses Dankeschön machen!OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OL in den Wäldern um den Tisaren (Janosch)
Das Gelände in dieser Region ist geprägt von Sümpfen. Wir hatten Glück, dass es nicht so viel geregnet hatte. Man konnte also meistens sehr gut durch die Sümpfe rennen. Auf der Karte hatte es viele gelbe Flecken, das sind Felsplatten, oft mit Moos überwachsen, die immer sehr schnell belaufbar waren. Das Relief war sehr fein aber oft gut erkennbar, da die Wälder sehr offen waren. Sehr wichtig für jeden Posten, den es anzulaufen gilt, ist der Kompasseinsatz. Die Wälder sind wunderschön mit teils sehr schnellen Partien. Und wenn man Glück hatte, rannte einem einen Elch über den Weg.

Zweite Unterkunft in Dala-Järna (Chris)
Hätten wir den ersten Teil des Lagers in dieser Unterkunft verbracht, wäre schon dieses Haus eine geniale Unterkunft gewesen. Als wir ankamen war die Stimmung aber gedämpft. Wie Raphi geschrieben hat, ist die Unterkunft am Tisaren kaum zu übertreffen, so war eine Steigerung während des Lagers nicht mehr möglich.

Trotzdem war auch diese Unterkunft schön und manche schätzten das Wlan (nach einer ganzen Woche ohne jegliche Strahlen am Tisaren) sehr.

OL in den Wäldern in Dala-Järna (Tino)
In der zweiten Woche hatten wir die Möglichkeit, etwas weiter im Norden noch einen anderen Geländetyp zu geniessen. Rund um Dala-Järna trainierten wir in technisch herausfordernden Wäldern mit teilweise sehr schneller Belaufbarkeit, einem etwas gröberem Höhenbild und mehr Steinen als noch in Hallsberg. Wir hatten sogar das Privileg zwei Trainings zu absolvieren, bei welchen die Bahnlegung von niemand geringerem als dem schwedischen Top-Athlet Wiliam Lind stammte, welcher in dieser Region heimisch ist. In diesem Gelände machte die Kombination von schnellem Untergrund, teilweise eingeschränkter Sicht und feinen Postenräumen das Orientieren nicht gerade einfach. Wir alle konnten auch von diesem Terrain viel profitieren und dazu lernen und sind nun gerüstet für die zweite Saisonhälfte.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Freizeitbeschäftigungen (Elio)OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Das TL in Schweden bot uns neben den tollen Trainings auch genügend Freizeit. So war ein Sprung in den See vor unserer Haustür nach jedem Training obligatorisch, denn die Temperaturen anfangs Lager waren heiss und schwül. Manchmal war selbst die Badehose schon zu viel und wurde deshalb lieber als Sonnenschutz auf dem Kopf getragen.

Nebst dem Baden und Bötlifahren im See wurde auch viel Zeit in unserem grossen Garten verbracht beim Üben von Tricks auf der Slackline und auf dem Trampolin.

In der zweiten Woche nutzten wir die Chance auf dem Golfplatz vor dem Haus einige Bälle zu schlagen. Zuerst versuchten sich alle alleine beim Abschlag und anschliessend duellierten wir uns auf einem 6-Loch Rundkurs, welcher Löcher zwischen 60-100m enthielt. Trotz anfänglichen Schwierigkeiten trafen am Schluss alle den Golfball.

Lagercup und Abschlussabend (Karina)
Wie in jedem TL fand ein Lagercup statt. Organisiert wurde er von Evi und Tobi. In den Kochgruppen, jeweils drei Personen, wurden die verschiedenen Spiele absolviert. Beim ersten Lagercup mussten zwei Personen möglichst schnell mit einem Kanu um eine Plattform fahren und die dritte Person, die auf einem Steg wartete, einladen. Da es zum Teil eine wackelige Sache war, nahmen einige ein unfreiwilliges Bad… Der zweite Lagercup war “Reise nach Jerusalem”. Dabei wird Musik abgespielt und alle müssen um Stühle herumlaufen. Wenn die Musik stoppt, muss man sich setzen. Nur hat es immer einen Stuhl zu wenig und so scheidet die Person ohne Stuhl aus. Durch ein wenig Beeinflussung der Jury beim Stoppen der Musik wurde das Spiel ein wenig gefaked aber es gab einige lustige Situationen. Beim dritten Spiel war Kreativität gefragt. Jedes Team hatte 15 Minuten Zeit um Utensilien zu suchen und ein Lied einzustudieren. Aber Achtung: das Lied musste mit Wasser im Mund gegurgelt werden. Bei einigen Teams musste man in Deckung gehen, um von den Fontänen der Teilnehmer nicht geduscht zu werden. Aber bei fast allen Gruppen konnte man das Lied erkennen. Die Jury bewertete schliesslich die Vorführungen mit Punkten. Beim vierten Lagercup waren Schnelligkeit und Balance gefragt. Man musste als Team möglichst schnell die vorgegebene Anzahl an Füssen, Händen ect. auf dem Boden haben, dabei entstanden zum Teil lustige Konstrukte. Als Bonuspunkt musste jede Gruppe eine möglichst spektakuläre Figur bilden. Beim letzten Lagercup mussten sich alle Teilnehmer um einen Tisch setzen und die Hände überkreuzt auf den Tisch legen. Nun war höchste Konzentration gefragt. Im Kreis musste jeder nacheinander auf den Tisch klopfen. Bei doppeltem Klopfen gab es einen Richtungswechsel und bei dreifachem Klopfen wurde eine Hand übersprungen. Klopfte jemand nicht zum richtigen Zeitpunkt auf den Tisch musste er die entsprechende Hand aus dem Spiel nehmen.

Am Schluss wurden alle Punkte zusammengezählt und das Team mit Lena, Marc und Tino hatten zusammen mit dem Team bestehend aus Raphi, Marco und Karina am meisten Punkte.

Der Abschlussabend wurde von Melvin und Raphi geplant und durchgeführt. Beim ersten Spiel durfte das Geburtstagskind Elio gegen alle anderen antreten. Dabei musste er sich mit dem Rücken zur Gruppe hinsetzen und dann wurden Fragen gestellt. Jeder Teilnehmer musste entscheiden ob Antwort A, B oder C richtig ist und sich auf das entsprechende Feld stellen. Danach musste auch Elio sich für eine Antwort entscheiden. Alle, die auf dem falschen Feld standen, schieden aus. Elio glänzte mit richtigen Antworten und schlug die ganze Gruppe.

Beim zweiten Spiel mussten immer zwei Personen gegeneinander antreten. Sie bekamen fünf Minuten Zeit, um Utensilien zu suchen und dann ging es darum, den anderen zum Lachen zu bringen, beziehungsweise selber nicht zu lachen. Die Verkleidungen und Vorführungen waren sehr lustig und keine Lachfältchen blieben ungebraucht.

Schwedische Kulinarik (Chris)
Wie immer musste die Doppelte Portion gekocht werden um all die hungrigen Athleten zu stillen.

Morgens gab es Müesli und Brot. Dazu Sommermjölk und Sirup aus 3l Kanistern.

Die Trainings fanden oft nahe an der Unterkunft statt, so nahmen wir den Lunch oft zuhause ein.

Nach zwei Wochen haben wir schliesslich jede erdenkliche Sandwichkombination ausprobiert.

Das Brot ist kein Schweizer Bäckerei Original, am ehesten würde etwa folgende Beschreibung zutreffen: geschnittene Scheiben aus fragwürdigem Getreide, die gummig und ohne krustigen Rand daherkommen, der Geschmack fade und trocken.

So füllten wir unsere Speicher vor allem Abends mit Reis und Teigwaren.

Zu jeder Mahlzeit wurde ein grosser Brocken Käse, ebenfalls gummig, auf den Tisch gestellt. Mit einem speziellen Käsemesser schnitten wir Käsescheiben, die auf praktisch jede Mahlzeit und zwischen jedes Sandwich kamen.

Manchmal gab es ein kleines Dessert, das Highlight war der kalte Hund mit 1.6kg geschmolzener Schokolade.

Wir haben viel gespiesen aber freuten uns alle auf Schweizer Brot und eine anständige Salatsauce.

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Testläufe im Tessin

Mittwoch und Donnerstag

In062A9542s Tessin reisten wir zusammen mit dem Zug bis nach Lugano, wo wir ein Büssli und einen PW mieteten. Dann ging es in die Unterkunft nach Magliaso, wo es Pizza zum Znacht gab und danach noch letzte Infos bezüglich Tagesablauf vom Donnerstag verkündet wurden. Am nächsten Morgen starteten wir mit einem atemberaubendem Morgenfooting am See und es gab anschliessend für die (über)motivierten sogar noch ein Mini-Krafttraining. Dann ging es ab ans Zmorgebuffet. Wenig später fuhren wir allesamt ins WKZ und suchten uns einen Platz auf der Wiese (auf dem Strich zu Posten 15 der später stattfindenden Sprintstaffel). Trotz vom Wetterbericht fest überzeugter Trainer, entschieden sich eine Handvoll Athleten dem Tessiner Wetter nicht zu trauen und sich in der leeren Garderobe umzuziehen (Dies zahlte sich später natürlich aus). Dann liefen wir alle den Sprint in den engen Tessiner Gässli, schauten Sprintstaffel und machten uns dann auf den Weg zurück in die Unterkunft. Einen guten Tag erwischten Elio (7. H18), Janosch (13. H16) und ich selbst, Chamuel und Tino (4.,5.,6. H20). Der erste Teil der Testlaufserie war geschafft und wir freuten uns alle auf den kommenden Ruhetag.

Raphael

Freitag

IMG_7922Heute ist bereits Ruhetag angesagt. Auch wenn der Sprint ein kurzer Wettkampf war, forderte er uns physisch im steilen Tessiner Sprintgelände sehr stark. Für uns Athlethen ist es an einem solchen Tag auch wichtig die Eindrücke des ersten Testlaufes zu verarbeiten um dann an den weiteren und genauso entscheidenden Wettkämpfen nochmals Bestleistungen abzurufen. Dafür konnten wir unser Tagesprogramm sehr individuell gestalten. Bei unser Unterkunft in Magliaso hatten wir super Gelegenheiten für ein flaches, lockeres Footing und konnten uns im See erfrischen. Eine Mehrheit unseres Kaders nutzte nach dem Mittag auch die Gelegenheit für einen Ausflug nach Lugano. So waren wir abgelenkt von den Wettkampfanspannungen und konnten unseren Ruhetag geniessen!

Melvin

Samstag

Um 7:45 ging es los. Die ersten zwei Büssli begannen ihren 30 Minuten langen WegIMG_8395 ins Wettkampfzentrum. Das Dritte folgte erst anderthalb Stunden später. Mit Mäthu am Start 1, Evi am Start 2, Julian im Ziel und Sebi im WKZ war das Norwestschweizer Kader bereit, top Leistungen zu bringen. Den Weg zum Start war steil, doch der Lauf war noch steiler.  Nach dem Lauf kamen wir in den Genuss, die Staffeleuropameisterschaft vor Ort zu sehen. Die Schweizer Frauen wurden Europameister, die Schweizer Herren durften sich mit Silber zufrieden geben. Aber auch im Kader gab es gute Resultate. In der Kategorie H20 wurde Chamuel Sechster nahe gefolgt von Tino auf dem siebten Platz. Bei H18 lief Elio auf den fünften Platz. Nach der Heimreise im Regen gab es Fisch und Reis zum Znacht. Um 20:00 gab es Informationen gefolgt von einem gemütlichen Abend mit einer Runde Ping Pong oder Baden im See.

Gian

 

Sonntag

Mit dem letzten Tag kommt nun auch der letzte Lauf auf uns zu. Die Langdistanz auf der Karte Tesserete fordert uns nochmal unser ganzes Können ab. Nach dem Lauf schauen wir zusammen die Langdistanz der EM und analysieren unsere eigenen Bahnen. Als es dann anfängt in Strömen zu regnen, machen wir uns mit den Büslis auf den Weg nach Lugano, wo wir sie abgeben. Danach gönnt uns die Kaderleitung allen eine Pizza, welche wir nach den Testläufen mit Freude essen. Als wir uns dann mit dem Zug zurück in die schöne NWS begeben wollen, zeigt sich schnell, dass es sich gelohnt hatte, Plätze zu reservieren. Denn der Kondukteur will uns schon nicht mehr in den Zug lassen, muss dann aber für uns die besetzten Plätze freiräumen. Mit leichter Verspätung erreichen wir Olten, wo dann auch die Verabschiedung, nach einem geilen aber auch anstrengenden und langen Wochenende, stattfindet. Nun folgt für die JWOC Anwärter noch der letzte Testlauf mit dem Gempenberglauf.

Elio

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Testlaufvorbereitungs-KAZU in der Region

Dieses Wochenende mussten wir nicht weit fahren, denn die Trainings führten uns auf den Rheinfelderberg und nach Kaiseraugst.
Im Frühlings-TL konnten wir im Tessin vor Ort Erfahrungen sammeln und unsere Lauftaktik für dieses Gelände ausbauen und aneignen. Im Kazu ging es nun darum die Wettkampfssituation zu simulieren und der Fokus lag auf den Abläufen vor und am Start. Am Morgen gab es einen Middle. Nachmittags eine Langdistanz, bei der man allfällige Anpassungen vornehmen konnte. Danach ging es bereits in die Unterkunft. Nachdem alle ihre Taschen die baumhausartige Leiter hinauf gehieft hatten, lernten einige etwas über die perfekte Zwiebelröstdauer, während andere den Fussballplatz in Betrieb nahmen. Nachdem sich alle mit Älplermaccaroni den Bauch vollgeschlagen hatten, gab es einen ersten Theorieinput und eine Gruppenarbeit zu den Testläufen Sprint und Middle. Nach getaner Arbeit verfolgten wir bis zur Nachtruhe gespannt die 10MILA.
Am Sonntag brachten wir die Unterkunft auf Vordermann und konnten danach noch eine Fussballpartie durchführen. Dann ging es auch schon weiter nach Kaiseraugst, wo wir am Baselbieter Dorf OL teilnahmen. Die Bahnen führten uns durch das Amphitheater von Augusta Raurica und Kaiseraugst. Nach dem Sprint versammelten wir uns erneut, um den Langdistanztestlauf vorzubereiten und danach ging es bereits wieder nach Hause.

Karina

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